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Alexander Delfinov: Der Alien in Karlshorst

Meine Großeltern arbeiteten einst als Lehrer:innen in einer Schule für Kinder sowjetischer Soldaten in Karlshorst. Jahrzehnte später lese ich hier poetische Texte. Es scheint eine mysteriöse Zeitspirale zu geben, die aber wahrscheinlich keinen Sinn ergibt – abgesehen von einem künstlerischen.

Wenn ich vor einem russischsprachigen Publikum spreche, ist es, als würde ich durch ein Kaleidoskop aus Texten und Bildern schauen: Da ist ein Junge nachts im Flur einer psychiatrischen Klinik, dort ein mitten auf der Straße streitendes Paar. Hier ist ein an einer Überdosis sterbender Teenager und daneben der ins All fliegende Jesus… – wie in einem psychedelischen Film. Themen, die mich reizen, sind affektive Seelenzustände, Liebe und Tod, Verlust, Trauma und stoische Überwindung.

Aber wenn ich meine von verschiedenen Menschen ins Deutsche übersetzten Texte lese, passiert etwas Anderes. Vielleicht versuche ich, meine seltsamen, untypischen Erfahrungen als sowjetischer Teenager, als Psychiatriepatient, als Punk auf einer verlassenen Autobahn, als Teilnehmer einer Protestdemonstration und als vor Angst weinender Nobody auf dem Boden einer Polizeistation zu erzählen? Ist das auf Deutsch immer noch Spoken Word oder spricht dann eine andere, fremde Stimme? Um das herauszufinden, könnten wir über unsere Ängste und Hoffnungen sprechen. Die Poesie bietet uns die Gelegenheit.

Bitte informieren Sie sich vor der Veranstaltung über unsere aktuellen Einlass- und Hygieneschutzregeln.

Foto: Alexander Delfinov (c) S. Gavrylov

23. Oktober 2021

um 20:00 Uhr

Preis: 8€/5€

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